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Vor 50 Jahren

Orgeleinweihung in Bonneweg

Vor nunmehr 50 Jahren, am 31. März 1957, fand in der neuerbauten Bonneweger Pfarrkirche die feierliche Einweihung der neuen monumentalen Orgel statt. Dieses Erinnerungsdatum möge Anlass sein, in kurzen Zügen über Entstehung, Bau und Weihe dieses Orgelwerkes zu berichten.

Beim dritten Bombenangriff, am Vormittag des 9. August 1944, war die frühere Bonneweger Sankt Joseph Kirche, in den Jahren 1887 – 1888 erbaut, durch Brandbomben zerstört worden. Bereits im Jahre 1946 wurden die beiden Architekten P. Reuter und L. Loschetter mit der Erstellung von Plänen für eine neue Kirche beauftragt. Die eigentlichen Bauarbeiten wurden jedoch erst im Juli 1949 in Angriff genommen, und am 1. Juli 1951 konnte anlässlich der Erstkommunion die erste Messe im neuen, Maria Königin des Friedens geweihten Gotteshaus, gefeiert werden.

Weil die im Jahre 1905 von der Firma Gebrüder Müller aus Reifferscheid (D) erbaute Orgel beim vorgenannten Angriff schwer beschädigt worden war und sich die anfallenden Reparaturen als zu kostspielig erwiesen, drängte sich die Anschaffung einer neuen Orgel regelrecht auf. Es war ein ehren- und reizvoller Auftrag für das neuerbaute Gotteshaus eine Orgel von europäischen Ausmaßen zu konzipieren, die zum einen durch ihre monumentale Größe, zum andern durch die in einer Synthese zusammengetragenen Vorzüge diverser nationaler Orgeltypen den Leitgedanken des Friedens versinnbildlichen sollte.

Die Zentralfigur der Entstehungsgeschichte der Bonneweger Orgel war der damalige Röntgenfacharzt, Chorleiter und Orgelwissenschaftler Dr. Hubert Meyers (1909 – 1995). Zum einen verfügte er einen guten Überblick über den Orgelbau in vielen europäischen Ländern, zum andern hatte er ein großes Fachwissen hinsichtlich der sich damals anbahnenden Neuerungen, so dass er mit dem Projektentwurf betraut wurde.

Die ersten Planungen begannen im Jahre 1950. Der primäre Entwurf, eine elektropneumatische Orgel mit 5 Manualen und über 70 Registern, wurde einer durch Kooption zusammengestellten, internationalen Jury von Experten aus Belgien, Deutschland und Frankreich zur Begutachtung unterbreitet und erhielt höchste Anerkennung. In einem anschließenden zweijährigen Reifungsprozess wurden angesichts der vorhandenen Großbauordnung und der besonderen akustischen Verhältnisse zahlreiche Verbesserungen an der Disposition vorgenommen. In der Folgezeit führte der Bonneweger Kirchenbauverein Verhandlungen mit mehreren Orgelbaufirmen aus dem In- und Ausland. Insgesamt sieben Firmen aus Belgien, Deutschland, Frankreich und Luxemburg reichten Angebote ein, deren Submissionsbeiträge teilweise weit auseinander lagen. Am 12. April 1954 wurde zwischen dem Kirchenfabrik von Bonneweg und der Firma E. Kempner & Söhne aus Lübeck, zur damaligen Zeit die größte deutsche Orgelanstalt, ein Vertrag zum Ankauf der Orgel zum Preise von 95.880 DM abgeschlossen. Weil die Stadtverwaltung lediglich für den Unterbau der Empore ein Subsid bewilligte, mußten vorerst zur Deckung der Ausgaben die durch die Anschaffung des Orgelwerkes verursacht wurden, die notwendigen finanziellen Mittel zusammengebracht werden. Infolgedessen wandte sich der damalige Bonneweger Pfarrer Paul Heinen, der maßgeblich

am Bau der neuen Orgel beteiligt war, an die Pfarrkinder mit der Bitte, dem frommen Werk Spenden zuteil werden zu lassen. Zahllose Patinnen und Paten aus allen Bevölkerungsschichten trugen sich in der Folgezeit in die Liste der Subskribenten ein, um das Vorhaben zu verwirklichen.

Im September 1956 wurde der Unterbau der Empore von der Firma Barblé aus Strassen ausgeführt und anschließend eine 2. Empore eingezogen, die das monumentale Orgelwerk tragen sollte. Für die äußeren Schreinerarbeiten zeichnete die Firma Jos. Linster aus Bonneweg verantwortlich. Im Spätherbst 1956 wurde mit der Aufstellung der Orgel begonnen. Die Intonation besorgte Herr Josef Konsinski, ein Klangmagier, unter Absprache mit dem Disponenten Meiers.

Am Halbfastensonntag, dem 31. März 1957, um 3 Uhr nachmittags, fand im Beisein zahlreicher Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die feierliche Einweihung der großen Kempner-Orgel statt. Bischof Leo Lommel zeichnete die Pfarrei durch die hohe Ehre seines Besuches aus und präsidierte die Pontifikalandacht. Ansprachen wurden gehalten vom Präsidenten des Kirchenrates Nik. Jacoby, früherer Abgeordneter und Stadtrat, und vom hochwürdigsten Herrn Bischof. Der Oberhirte hob zum einen Sinn und Zweck, zum anderen die Größe und Schönheit der neuen Orgel hervor, die, so hieß es, „hierzulande nur von der Orgel der Kathedrale übertroffen wurde“. Nach der Verleihung von vier päpstlichen Auszeichnungen, so unter anderem an den Lokalhistoriker J.P. Pier, Ehrenoberprimärschullehrer und  Gründungsmitglied der Bonneweger Vereinsentente, die im Jahre 1952 aus der Taufe gehoben wurde, für seine vierzig Jahre Mitgliedschaft im Kirchenrat, nahm der Hochw. Herr Bischof die Einsegnung der neuen Orgel vor.

Anschließend wurde sie zum ersten Mal vorgeführt durch zwei junge französische Organisten der berühmten Pariser Schule, den Herren Michel Chapuis, Organist an Notre-Dame und an St. Nicolas des Champs und Antoine Gilbertin Blanc, Organist an St. Joseph, Limpertsberg.

In einer kurzen Schlußandacht wurde den zahlreichen Gläubigen, die sich in de vollgestauten Kirchenhallen versammelt hatten, der sakramentale Segen erteilt, während der Cäcilienverein von Bonneweg mit präzisem Schwung mehrere prächtige Einlagen vortrug. Gelegentlich der Orgelweihe fand außerdem eine Briefmarkenausstellung statt, die als Hauptmotiv„Die Musik in der Philatelie“ hatte und eine starke Anziehungskraft auf die philatelistischen Kreise des ganzen Landes ausübte.

Hinsichtlich der Merkmale der Bonneweger Orgel entnehmen wir einem Artikel, erschienen in der Festschrift des Bonneweger Cäcilienvereins bei Gelegenheit des 75 jährigen Bestehens seiner Gründung im Jahre 1990, dass sie „über 75 Register sowie 6 Auszüge (Teilregister) verfügt, verteilt auf 5 Manuale und Pedale (30 Töne) und 6405 klingende Pfeifen zählt“. Beachtenswert sind die spanischen Trompeten die im altspanischen Orgelbau besonders beliebt waren. Hervorzuheben sind ferner die stattliche Anzahl der Solozungen und die unerschöpflichen Klangmöglichkeiten.

In den nachfolgenden Jahren wurden bis 1967 insgesamt 27 Orgelkonzerte organisiert, zum Teil mit Virtuosen von Weltruf, so zum Beispiel Fernando Germani, Organist der Peterskirche in Rom und André Marchal aus Paris. Andere weniger bekannte Künstler wurden durch Schallplatten bekannt oder später oft Träger des Grand Prix du Disque. „Bonneweg“, so hieß es damals in Fachkreisen, „wird zum Sprungbrett kommender Talente“. Weil allmählich jedoch immer höhere Anforderungen an die Veranstalter gestellt wurden, konnten leider keine Orgelkonzerte mehr aufgeführt werden.

Häufige Probleme technischer Natur, eine generelle Verschmutzung und der Wunsch nach Wiederaufleben der originalen Klangdimension verlangten periodisch nach einer regelrechten Restaurierung der Bonneweger Orgel. So zum Beispiel wurde das Instrument Mitte der 70er Jahre von der Firma Gomrée aus Ste Marie-sur-Semois einer Teilrevision unterzogen. Gelegentlich der Renovierungsarbeiten in der Bonneweger Pfarrkirche wurde unter anderem auch die imposante Kirchenorgel von Januar bis Mai 1996 von der Orgelbaufirma Yves Koenig aus Sarre-Union gänzlich restauriert, und zum Abschluss der vorgenannten Renovierungsarbeiten am 19. Mai 1996 von Erzbischof Mgr. Fernand Franck eingesegnet. Einige Tage später, und zwar am 21. Mai 1996, fand im Anschluss an die Danksagungsfeier, musikalisch umrahmt von Professor Pierre Drauth, ein Eröffnungskonzert statt mit dem Brüsseler Domorganist Joseph Sluys unter Mitwirkung von Charles Consbruck, Professor am hauptstädtischen Konservatorium. Bereits im Jahre 1995 waren die „ Bonneweger Uergelfrënn“ gegründet worden, die in der Folge die Tradition der beliebten Orgelkonzerte fortsetzten. Mögen sich die Bonneweger Pfarrkinder auch zu- künftig an den hehren Klängen des imposanten Orgelinstrumentes erfreuen.

Claude Wolwert

 

Quellennachweis:

- Marie Notre-Dame Reine de la Paix: Plakette herausgegeben anlässlich der Konsekrierung der Bonneweger Pfarrkirche am 27. Juni 1965

- Chorale Ste Cécile Bonneweg: Broschüre zum 75. Jubiläum der Gründung – 1990 –

- Fabrique d’Eglise de Bonnevoie: 100 Joer Por Bonneweg 1897 – 1997

- Luxemburger Wort: Ausgabe vom 1. April 1957

 


download "PDF" : © Claude WOLWERT (2007)

 

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